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Notaufnahme in Brackenheim geschlossen – Wer schützt Patient:innen und Personal?
Die Schließung der Notaufnahme in Brackenheim ist mehr als eine organisatorische Entscheidung. Sie hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheit der Menschen in der Region. Für viele bedeutet sie längere Wege im Notfall. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Familien ohne eigenes Auto und Berufstätige im Schichtdienst. Doch die Folgen treffen nicht nur Patientinnen und Patienten. Auch das medizinische Personal in den umliegenden Kliniken wird die Auswirkungen deutlich spüren. Schon jetzt arbeiten Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte vielerorts an der Belastungsgrenze. Steigende Patientenzahlen bedeuten mehr Zeitdruck, höhere Verantwortung und weniger Raum für individuelle Versorgung. Wer die wohnortnahe Notfallversorgung reduziert, ohne gleichzeitig strukturell zu entlasten, verschärft ein Problem, das seit Jahren bekannt ist: Personalmangel, hohe Arbeitsdichte und zunehmende Erschöpfung im Gesundheitswesen. Die Politik darf diese Realität nicht weiter ignorieren. Gesundheit ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und darf nicht allein wirtschaftlichen Kriterien untergeordnet werden. Wenn Notaufnahmen schließen, braucht es transparente Entscheidungen, klare Konzepte zur Sicherung der Versorgung und verbindliche Maßnahmen zur Stärkung des Personals. Eine verlässliche Notfallversorgung schützt nicht nur Patientinnen und Patienten, sie schützt auch diejenigen, die tagtäglich Verantwortung für andere tragen.
Dunja Scanniello Mitglied der LINKEN, Heilbronn
