Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Meldungen & Presse


Zeitungsartikel bleibt einseitig!

PRESSEMITTEILUNG zur Berichterstattung der Heilbronner Stimme am 13.7. über Wissenschafts-Sendung „Odysso“ des SWR-Fernsehens am 11.7.

Die Wissenschafts-Sendung „Odysso“ des SWR-Fernsehens griff am 11.7. das brisante Thema „Giftmüll unter Heilbronn“ auf.

In einem Artikel, der am 13.7. in der „Heilbronner Stimme“ veröffentlicht wurde, warf Heiko Fritze diesem 45-minütigen TV-Beitrag über die „Einlagerungen von Reststoffen in den Bergwerken Heilbronn und Kochendorf“ Einseitigkeit vor. Dieser Vorwurf ist in keiner Weise berechtigt und fällt auf den Verfasser selbst zurück.

Der/die LeserIn hat den Eindruck, dass die „Heilbronner Stimme“ sich ganz auf die Seite der SWS-AG schlägt, die kein Interesse daran hat, ihren profitablen Geschäftszweig der Giftmülleinlagerung in der Öffentlichkeit zur Disposition zu stellen.

Der Fernsehbericht zeigt das große Gefahrenpotential auf, das durch die Einlagerungen in dem von den Südwestdeutschen Salzwerken betriebenen Bergwerk Heilbronner-Kochendorf entsteht. Unter anderem äußern sich die unabhängigen Geologen Jürgen Kreusch und Marcos Buser sowie ein Experte vom Bundesumweltamt und ein Vertreter aus dem Bergamt zu der Thematik. Die SWS verweigerte eine Stellungnahme mit der Begründung, die Berichterstattung sei tendenziös, effekthaschend und unseriös.

Unbestreitbar haben sich die Salzstöcke in Kochendorf und Heilbronn mittlerweile zu einer der größten Giftmülldeponien in Europa entwickelt! Dadurch stellen die Untertage- und die Versatz-Deponie der SWS-AG eine Gefahr dar, zumal sich Salzstöcke wiederholt als unsichere Standorte erwiesen haben. Wassereinbrüche, aber auch Firstabbrüche könnten verheerende Folgen haben.

Erst durch eine Veröffentlichung des Aktionsbündnisses Energiewende Heilbronn im März 2011 wurde bekannt, dass auch mehrere tausend Tonnen frei gemessener, „teilweise schwach radioaktiver“ Bauschutt aus dem Hanauer Brennelementewerk Nukem GmbH bzw. der Siemens AG eingelagert wurden. Da die Kammern im Bereich der Wohngebiete in Neckargartach und Frankenbach nicht bis zur Decke mit Müll verfüllt wurden, werden derzeit nachträgliche Sprengungen vorgenommen. Sie sollen Zugänge im oberen Bereich schaffen, damit die Hohlräume aufgefüllt werden können.

Offensichtlich ignoriert Heiko Fritze die Kernaussage des Films, wonach es in Salzbergwerken keine absolute Sicherheit gibt. Dies anhand weltweiter Schadensereignisse zu dokumentieren, gehört zur journalistischen Sorgfaltspflicht und darf nicht als Panikmache abgetan werden.

Selbst die SWS-AG geht davon aus, dass sich das Bergwerksgebirge über die Jahre um 125 cm senken wird!

Auch in Heilbronn gab es Anfang Dezember 2008 circa 240m unter Heilbronn-Biberach einen Wassereinbruch. Und viele Geologen sind der Auffassung, dass jedes Salzbergwerk irgendwann einmal absaufen wird. Über diese Gefahren muss gesprochen werden, denn die Sorge um Mensch und Natur ist wichtiger als die Steigerung des Profits der SWS-AG. Und bei den Einlagerungen muss das Prinzip der Rückholbarkeit angewandt werden.

Der Heilbronner Kreisverband der Partei DIE LINKE fordert eine gesellschaftliche Diskussion zu diesem Thema, bei der alle Seiten ihre Position darstellen können. Schließlich wird dieses Abfallsystem - Gifte unter Tage zu „entsorgen“ - die kommenden Generationen (auch in Heilbronn) betreffen. Die LINKE wird deshalb eine Veranstaltung mit dem Geologen Marcos Buser organisieren. Gerne wird sie dazu auch VertreterInnen der SWS-AG und der „Heilbronner Stimme“ einladen, damit jegliche Einseitigkeit – auch in der medialen Berichterstattung - unterbleibt.