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Meldungen & Presse


Solidarität mit Knorr - Menschen vor Marge

Hunderte Beschäftigte der Heilbronner Firma Knorr demonstrierten am 24.10. für ihre Arbeitsplätze und die Zukunft des Standorts. Vorher gab es eine beeindruckende außerordentliche Betriebsversammlung im Hof der Firma. Drei Tage zuvor wurde bekannt, dass die Mutterkonzern Unilever den Standort Heilbronn in Frage stellt und voraussichtlich schließen will.

Um was geht es: Knorr ist ein Heilbronner Traditionsunternehmen, dass 1838 gegründet wurde und seither Suppenpulver herstellt. 2000 kommt Knorr zu Unilever. Seither gab es Umstrukturierungen, die zu Ungunsten des Standorts wirkten, wie etwa der Umzug der Forschungsabteilung in die Niederlande. Heute arbeiten noch 550 MitarbeiterInnen in Heilbronn, vorallem in der Produktion und in der Logistik.

Unilever ist ein niederländisches Unternehmen, dass im Bereich Lebensmittel, Kosmetik und Haushaltspflege mit über 150.000 Mitarbeitern in 100 Ländern unterwegs ist und global agiert. 2017 hatte das Unternehmen einen Gewinn von fast 7 Milliarden Euro. Doch das langt nicht. Der Konzern möchte weltweit 20% Gewinnmarge im Jahr 2020 erreichen, also auch von Knorr in Heilbronn, sonst droht die Schließung, ohne Rücksicht auf das Schicksal der Beschäftigten und ihrer Familien. Das Ziel von 20% Gewinnmarge soll den Börsenwert Unilevers steigern. Man möchte so einem weiteren Übernahmeversuch des US-Konkurrenten Kraft-Heinz entgegentreten. Die Tendenz zur Monopolisierung geht auch in diesem Bereich weiter.

Die 20% Gewinnmarge soll nun mit weiterem Lohnverzicht erreicht werden oder mit der weiteren Verlagerung von Produktion. Der STandort wackelt, die Beschäftigten werden erpresst, wie es der Knorr-Betriebsratsvorsitzende Thilo Fischer nannte.

"Arbeitnehmervertreter Soggeberg warnt dennoch vor überzogenen Erwartungen: Selbst der Sportwagen-Hersteller Porsche sei weniger profitabel als Unilever. Tatsächlich hat der Konzern die angepeilte Marge von 20 Prozent in den vergangenen Jahrzehnten nie erreicht. Sie wäre deutlich mehr als doppelt so hoch wie in den 1990er-Jahren üblich." zitiert das Handeslblatt den ebenfalls in Heilbronn anwesenden Gesamtbetriebsratsvorsitzenden.

Mehr dazu: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/lebensmittelhersteller-20-prozent-marge-bis-2020-unilevers-rendite-ziel-steht-in-der-kritik/23698480.html?ticket=ST-44525737-pVhvQyvfv2FtdPdU9i5M-ap3