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Meldungen & Presse


Online-Veranstaltung zu 100 Jahre Kapp-Putsch

Der Heilbronner Rosa-Luxemburg-Club hat zum Jahrestag des Kapp-Putsches eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Autor und Regisseur Klaus Gietinger via Videokonferenz organisiert. Heinz Deininger, Organisator der Veranstaltung, lud dazu landesweit ein. Über 20 ZuschauerInnen folgten am 14.4. den Ausführungen Gietingers, der bereits mehrere Bücher über den Ersten Weltkrieg, die Novemberrevolution und die Weimarer Zeit geschrieben hat. 

Im März 1920 putschten Militärkreise um den General Walter von Lüttwitz und konnten Teile der Reichswehr für sich gewinnen. Ziel war die Überwindung der demokratischen Zustände nach der Novemberrevolution 1918 und die Einführung einer Militärdiktatur. Gegen diesen konterrevolutionären Putschversuch wehrten sich die Arbeiterparteien SPD, USPD und KPD, die Unterstützung auch aus dem bürgerlichen Lager erfuhren. Mit dem größten Generalstreik Deutschlands wurde der Putsch beendet. Als die streikenden und demonstrierenden Massen danach die Entmachtung und Demokratisierung von Militär und Wirtschaft forderten, ließ die Regierung sie durch Reichswehr und Freikorps niederschiessen. Gerade diejenigen, die die Demokratie abschaffen wollten, wurden damit gegen die Verteidiger der Demokratie eingesetzt. 

Spannend waren Gietingers Ausführungen, wie die Militärführung die Spitze der SPD für ihre Zwecke nutzen konnte und wie Banken und Konzerne rechte Freikorps finanzierten. Nach Meinung Gietingers ging damals eine Chance verloren, Reichswehr Wirtschaft demokratischer zu gestalten und damit einem demokratischen Sozialismus ein Stück näher zu kommen. Seiner Meinung nach hätte die Mehrheit des Volkes dies mitgetragen.