Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Meldungen & Presse

Mit Schwung in den Wahlkampf: Marlene Neumann und Ergin Özcan.

LINKE nominiert Marlene Neumann für die Landtagswahl: "Soziales Gewissen in den Landtag"

Gökay Akbulut (2te von rechts) mit einigen TeilnehmerInnen der Veranstaltung.

Die Mitglieder der LINKEN im Wahlkreis Heilbronn haben am 24. September im Heilbronner Gewerkschaftshaus ihre Landtagskandidaten nominiert. Bei den wahlberechtigten Mitgliedern bestand Einigkeit und so wählten sie Marlene Neumann als Landtagskandidatin und Ergin Özcan als Ersatzkanditaten.

Nach Begrüßung durch den örtlichen Sprecher Florian Vollert, stimmte die Mannheimer Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut die Anwesenden auf den Abend ein. Sie ging auf die aktuelle Lage in dem griechischen Flüchtlingslager Moria ein und verurteilte die deutsche und EU-Flüchtlingspolitik der letzten Jahre als unmenschlich. Moria sei dabei nur die Spitze des Eisbergs, weitere Hotspots auf anderen griechischen Inseln seien schon seit Jahren eine humanitäre Katastrophe. In Deutschland würde man sich gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte in vielen Lebensbereichen weitgehend verschließen. Dies müsse durch eine verbindende, integrative Gesellschaft überwunden werden.

Akbulut verwies auf die Probleme im Bildungssektor, der in Baden-Württemberg neben einem Investitionsstau auch in der Personalpolitik große Probleme aufweise. So werden angestellte Lehrer und Lehrerinnen zu den Sommerferien entlassen, um Geld einzusparen. Ebenfalls kritisiert die Mannheimerin, die selbst im Bildungsbereich gearbeitet hat, die Umstellung des Gymnasiums auf G8.

Aktuell forderte Akbulut die Solidarität mit den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, die in Tarifauseinandersetzungen stünden. Dass gerade sie nun eine Nullrunde hinnehmen sollen, nachdem in der Pandemie Viele außerordentliches geleistet hätten, sei ein Armutszeugnis der Politik und der öffentlichen Arbeitgeber.

Die Bundestagsabgeordnete kritisierte Innenminister Thomas Strobl (CDU), dass trotz der Corona Pandemie die LINKE und andere nicht im Landtag vertretene Parteien für einen Wahlantritt 150 Unterstützungsunterschriften pro Wahlkreis sammeln müssten. Bei den aktuellen Infektionszahlen und der Unsicherheit, wie diese sich in der beginnenden kälteren Jahreszeit entwickelten, sei dies zynisch und untragbar.

Marlene Neumann lebt seit fünf Jahren in Heilbronn. Die 33jährige kam aus beruflichen Gründen in die Käthchenstadt. Schon seit ihrer Jugend sozial engagiert hat sie sich vor Jahren entschieden in die Partei DIE LINKE einzutreten. Die Politik der grün-schwarzen Landesregierung habe ihr diese Entscheidung erleichtert. Neumann kandidierte für den Heilbronner Gemeinderat und hat den Einzug in das Kommunalparlament mit dem drittbesten Ergebnis der LINKEN nur knapp verfehlt. Als Regionalrätin ist sie in der Regionalversammlung des Regionalverbands Heilbronn-Franken Mitglied in der Fraktion Grüne-ÖDP-LINKE. Dort geht es unter anderem um den Flächenverbrauch, den Neumann mit neuen Konzepten nachhaltig verringern möchte. Eine Frauenkonferenz der baden-württembergischen LINKEN in Heilbronn war für die Sozialwissenschaftlerin die Inspiration für ihre Kandidatur für die Landtagswahl. Der baden-württembergische Landtag ist aufgrund des Wahlsystems stark männerdominiert. Dies soll nun nach Meinung Neumanns und der LINKEN dringend verändert werden.

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn treten in den drei Wahlkreisen drei Frauen für DIE LINKE an.

Inhaltlich steht Neumann für „eine klare Kante gegen Rassismus“ ein. Die weltweite Mobilität gehört für sie zur Menschheitsgeschichte und die Maxime "Kein Mensch ist illegal" sei daher zentral für ihr Engagement, so Neumann in ihrer Bewerbungsrede. Die humanitäre Katastrophe in Moria zeige, wie weit wir diese Kategorisierungen treiben und wie wir dabei unsere Menschlichkeit verlieren.

Zentrale Fragen, die in unserer Gesellschaft gestellt werden müssten, so Neumann seien: Wie verteilen wir den Wohlstand innerhalb der Gesellschaft und wie entsteht der Reichtum? Auf welche Kosten geht dieser Wohlstand? Umweltschäden müssten eingepreist und die Verursacher verantwortlich gemacht werden. Ein sozialökologischer Wandel sei dringend notwendig. Neumann verwies darauf, dass Probleme in unserer heutigen Zeit nur global zu lösen seien. Die Menschheit werde im Zeichen des Klimawandels zu einer Schicksalsgemeinschaft. Neumann positionierte sich mit einem klaren Nein gegen das Profitstreben im Gesundheitswesen oder bei der Versorgung mit Wohnraum. Wichtig ist ihr der Austausch mit den Heilbronnerinnen und Heilbronnern, auch denen, die nicht wählen dürfen, deren Meinung ihr aber genauso wichtig sei.

Neumann möchte mit der LINKEN ein soziales Gewissen und eine soziale Politik in den Landtag einbringen.

Der Ersatzbewerber für den Wahlkreis Heilbronn ist Ergin Özcan (50 Jahre). Der Heilbronner ist seit 2007 innerhalb der LINKEN aktiv, ist aktiver Gewerkschafter und ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer der alevitischen Gemeinden in Baden-Württemberg. Özcan kandidierte für DIE LINKE bei den vergangenen Kommunalwahlen. Er war auch im Integrationsbeirat der Stadt engagiert und sieht seine Schwerpunkte bei den Themen Bildung und Integration.