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Meldungen & Presse

600 Menschen setzten ein Zeichen gegen Atomkraft.

Energiewende ohne Atom und Kohle

Die Heilbroner Ali Damadi und Jürgen Patzelt mit dem Karlsruher MdB Michel Brandt in der Demo.

Annähernd 600 Menschen haben am 10.3. in Kirchheim am Neckar mit einem Demozug durch die Stadt demonstriert, um auf die Katastrophe von Fukushima aufmerksam zu machen und die Gesellschaft für eine weitergehende Energiewende zu gewinnen. Anschließend fand auf dem Bahnhofsvorplatz eine Kundgebung statt.

Weder Atomkraft, die neben dem Risiko des aktuellen Betriebs auch mit der ungelösten Entsorgungsfrage nicht weiter tragbar ist, noch die Kohlekraft, die dem Klima schadet, können zukünftige Energieversorger sein.

Wie das Bündnis www.endlich-abschalten.de ist auch DIE LINKE dieser Ansicht und fordert, die Energiewende zügig weiterzutreiben.

Neben Aktiven aus den Kreisverbänden Heilbronn, Ludwigsburg und Karlsruhe war auch der LINKE-Bundestagsabgeordnete Michel Brandt in Kirchheim, um gegen Atomkraft zu demonstrieren.

Einen Bericht in der Heilbronner Stimme zählt die Redebeiträge auf:

Rund 500 Menschen bei Fukushima-Demo

Kirchheim am Neckar  Rund 500 Menschen demonstrieren am Sonntag zum achten Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Fukushima für eine Energiewende. Die Veranstalter zeigen sich flexibel und verändern wegen des Unwetters den Ablauf.

Von Friedhelm Römer

Die Unwetterwarnung wirbelte auch den geplanten Ablauf der Demonstration des "Bündnis Fukushima - Neckarwestheim" am Sonntag gehörig durcheinander. Allerdings zeigten sich die Veranstalter flexibel. Sie verzichteten kurzerhand auf den vorgesehenen Demonstrationszug vom Kirchheimer Bahnhof zum Kernkraftwerk Neckarwestheim und beschränkten sich stattdessen auf einen verkürzten Zug durch Kirchheim mit einer anschließenden Kundgebung mit musikalischer Begleitung.

Dem stürmischen Wetter getrotzt

Rund 500 Demonstranten trotzten dem stürmischen und wechselhaften Wetter und erinnerten an den 11. März 2011, als es im japanischen Atomkraftwerk Fukushima zu einer Kernschmelze und damit zur Nuklearkatastrophe kam. Bis heute gilt das Unglück als zweitgrößte nukleare Havarie nach der im ukrainischen Tschernobyl 1986.

Die Teilnehmer kamen laut Herbert Würth vom veranstaltenden "Bündnis Fukushima - Neckarwestheim" vor allem aus den Großräumen Heilbronn und Stuttgart sowie aus Karlsruhe, Frankfurt und Wiesbaden. Das Bündnis fordert eines sofortiges Aus für Atomkraft und Kohle. Susanne Lichtenberg aus Remseck ist jedes Jahr bei dieser Demo dabei. "Der Jahrestag von Fukushima ist wichtig, um das Unglück in Erinnerung zu behalten." Sie findet es schade, dass sich diesmal nicht wie sonst mehr als Tausend Menschen dem Zug angeschlossen haben.

Atommüll als Belastung für lange Zeit

In Anspielung auf die Schüler-Bewegung "Fridays for future", die die weltweite Klimapolitik kritisiert, meint Heidi Moosberger aus Stuttgart: "Es wäre gut, wenn sich die Jungen mit den Älteren verbinden würden." Gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen Wenzel nimmt sie oft an dieser Demo teil. "Schon die Katastrophe von Tschernobyl war für mich ein Zeichen, dass wir etwas tun müssen, und wenn es nur darum geht, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren." Oberstufenschüler Nelson Leichsnering aus Stuttgart sprach bei der folgenden Kundgebung am Kirchheimer Bahnhof für die Schüler-Bewegung "Fridays for future": "Der Atommüll ist ein großes Problem. Das wird uns noch mindestens fünf weitere Generationen beschäftigen."

Botschaft aus Fukushima

Die in Freiburg lebende Japanerin Mika Kumazaki verlas eine Botschaft aus Fukushima, die viel Kritik an den japanischen Kraftwerksbetreiber Tepco sowie an die Regierung enthielt, mit dem Tenor, dass beide die aktuelle Situation vor Ort verharmlosten. In Fukushima wachse daher das Misstrauen der Menschen gegenüber dem Staat. Dagegen gebe es Kraft, dass es Menschen gibt, die gegen die Atomkraft kämpften. "In Fukushima", so die verlesene Botschaft, "ist nichts besser geworden."

Jörg Schmid von der Organisation IPPNW, einem internationalen Zusammenschluss von Ärzten, die sich vor allem gegen die atomare Bedrohung einsetzen, verlas einen Gruß aus Kyoto. Unter dem Namen "Bye bye Genpatsu" gibt es eine Solidaritätspartnerschaft mit Neckarwestheim. In dem Gruß wurde der Stopp aller Atomkraftwerke gefordert.

Sonnenenergie konsequent nutzen

Der Mannheimer Daniel Bannasch, Geschäftsführer von MetropolSolar Rhein-Neckar, warb eindringlich für die Energiewende und die konsequente Nutzung von Sonnenenergie. "Wenn man nicht völlig blind ist, sieht man, wo unsere Energiequelle ist." Wenn alle Menschen die Photovoltaik nutzten, "hätten wir eine radikale Veränderung der Energieversorgung".


Hintergrund

Die Unfallserie in Japan begann am 11. März 2011 mit einem Erdbeben, das einen Tsunami zur Folge hatte. Diese beiden Ereignisse gelten als Auslöser für die Nuklear-Katastrophe im Kernkraftwerk von Fukushima. Dabei kam es in vier von sechs Reaktorblöcken gleichzeitig zur Kernschmelze. 170 000 Menschen wurden damals aus den betroffenen Gebieten evakuiert. Heute drängt die japanische Regierung die Menschen, in das Gebiet zurückzukehren. Sie behauptet, die Lage in der Ruine sei unter Kontrolle. In Japan finden 2020 die Olympischen Spiele statt.

Angeführt von der Trommlergruppe "Lokomotive Stuttgart" ziehen die Demonstranten durch Kirchheim. Sie erinnern an das Unglück im japanischen Kernkraftwerk von Fukushima vom 11. März 2011.

Bildergalerie:
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