Meldungen & Presse
Antifaschistische Radtour
Die Linke Heilbronn-Unterland hat mit 19 Radler*Innnen am vergangenen Samstag auf einer antifaschistischen Tour den KZ-Friedhof in Neckargartach und die KZ-Gedenkstätte in Kochendorf besucht.
Vom Bollwerksturm ging es am Neckar entlang zum Industriegebiet in Neckargartach. Dort errichtete die SS im Winter 1944/45 eine Außenstelle des KZ Struthof-Natzweiler. Über 1000 Menschen waren in dieser Zeit im KZ Neckargartach inhaftiert. Sie wurden vor allem in der Rüstungsindustrie eingesetzt, mussten aber auch nach der Bombardierung Heilbronns Trümmer beseitigen. Arbeit, Unterkunft und Verpflegung waren so hart, bzw. gering, dass man von "Vernichtung durch Arbeit" sprechen kann. Mehrere hundert Häftlinge starben an Hungertod und Erschöpfung, viele wurden ermordet.
Die "Initiative KZ-Gedenkstätte Heilbronn-Neckargartach" engagiert sich seit anderthalb Jahren dafür, dass eine bessere Darstellung der Ereignisse errichtet wurde und noch errichtet wird. In Heilbronn war das Gedenken an dieses lokale KZ jahrzehntelang nicht gelebt. Teilweise wurden ehemalige KZ-Insassen von der Stadtverwaltung brüsk abgewiesen. Inzwischen führt die Stadt jährlich am 1. April eine Gedenkfeier durch.
Bernhard Löffler, stellvertretender Vorsitzender der Initiative, erklärte die Hintergründe und die Vorhaben auf dem KZ Friedhof und der Gedenkstätte. Der Kreisverband der Linken ist ebenfalls Mitglied der Initiative.
Linke-Kreisvorstandsmitglied Konrad Wanner verwies auf die aktuelle Kriegsgefahr und die extreme Aufrüstungsspirale.
Danach radelte die Gruppe weiter nach Kochendorf und fuhr in das Besucherbergwerk ein. Die Miklos-Klein-Stiftung hat dort die KZ-Gedenkstätte gestaltet, die an die Zwangsarbeit von KZ-Inhaftierten erinnert. Im Bergwerk wurden Rüstungsgüter produziert, geschützt vor feindlichen Bombenangriffen. Die Mutter des Buchautors Klaus Riexinger führte die Gruppe durch die Ausstellung und berichtete von vielen Begegnungen mit ehemaligen Häftlingen. Die Recherchen ihres Sohnes und seines Kollegen Detlef Ernst sind in dem Buch zur Ausstellung "Vernichtung durch Arbeit. Rüstung im Bergwerk" zusammengefaßt und ist sehr lesenswert. Die Ausstellung wäre so ohne die Familie Riexinger nicht entstanden. Mehr dazu findet sich hier: Bad Friedrichshall | KZ Kochendorf |
Beim verlassen des Bergwerks war den Teilnehmenden klar, dass Antifaschismus und das Einstehen gegen Krieg zusammengehört.



