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10:30 Uhr

links.solidarisch.feministisch - 1. Frauen*konferenz DIE LINKE Baden-Württemberg (in HN)

Erste Landesfrauen*konferenz für alle engagierten Frauen* in und um DIE LINKE. Baden-Württemberg

Samstag, 15. Februar 2020 ab 10.30 Uhr bis Sonntag, 16. Februar 2020 15.30 Uhr in der DJH Jugendherberge Heilbronn, Paula-Fuchs-Allee 3, 74076 Heilbronn

ANMELDEN ab sofort unter lag-frauen@die-linke-bw.de
Der Teilnehmerinbeitrag (inkl. Übernachtung und Verpflegung) beträgt 20 Euro ermäßigt, 30 Euro regulär und 40 Euro soli.
Wenn ihr Kinderbetreuung oder ein barrierefreies Zimmer benötigt, gebt uns bitte zeitnah Bescheid.
Die Jugendherberge ist barrierefrei.

Die Frauen*konferenz ist eine Veranstaltung des Landesverbandes DIE LINKE Baden-Württemberg in Organisation der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und der Landesfrauenbeauftragten. Sie richtet sich an alle Frauen* in und um DIE LINKE.

Details zum Programm:

Workshops:

Care Revolution als feministische Perspektive (Gabriele Winker)

Vielen Menschen gelingt es kaum noch, neben den hohen Anforderungen in der Erwerbsarbeit gut für sich und andere zu sorgen. Diese alltägliche Überbeanspruchung, die insbesondere Frauen betrifft, ist mit der systemischen Unfähigkeit des Kapitalismus verknüpft, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Statt Profitmaximierung und Kostensenkung stellt die Strategie der Care Revolution menschliche Bedürfnisse und insbesondere die Sorge umeinander ins Zentrum politisch-ökonomischen Handelns. Im Workshop können wir u.a. darüber diskutieren, wie sich vor Ort der Aufbau einer Care-Bewegung mit einer feministischen, antirassistischen und die Klassenspaltung überwindenden Politik verbinden lässt.

Dr. Gabriele Winker, Sozialwissenschaftlerin und aktiv im Netzwerk Care Revolution

Kampagnen und Aktionen für gebührenfreie Kitas und zum 8. März (Sahra Mirow)

Das Grundrecht auf Bildung beginnt in der Kita, deswegen müssen Kitas gebührenfrei sein. Bildung als Menschenrecht anzuerkennen und auch die entsprechenden Maßnahmen ableiten, das ist seit jeher eine unserer grundlegendsten Forderungen. Nun geht es in die konkrete Umsetzungsphase der Kita-Kampagne.

Gemeinsam wollen wir überlegen, wie wir uns als LINKE in die Kampagne einbringen. Was für Aktionen planen wir und wie wollen wir uns dafür aufstellen?

Darüber hinaus wollen wir gemeinsame Aktionen zum 8. März planen.

Für eine feministische verbindende Klassenpolitik (Sabine Skubsch)

Von prekären Arbeitsbedingungen, schlechten Löhnen und Altersarmut sind Frauen überdurchschnittlich betroffen. Unser Feminismus tritt für eine verbindende feministische Klassenperspektive ein. US-Feministinnen haben jüngst ein Manifest für den „Feminismus für die 99 %“ herausgegeben, in dem sie sich gegen die neoliberale Vereinnahmung des Feminismus abgrenzen. Teilweise nachzulesen unter:

https://www.zeitschrift-luxemburg.de/feminismus-99-prozent-manifest/

Wir suchen politische Linien, Begrifflichkeiten und Slogans, wie wir in Baden-Württemberg eine verbindende feministische Klassenpolitik stärken.

Parité für Baden-Württemberg – landespolitische Ziele und Projekte für einen linken Feminismus (Sahra Mirow)

Frauenpolitik war in Baden-Württemberg noch nie einfach. In kaum einem anderen Bundesland musste die Gleichstellung und Partizipation von Frauen* so mühsam erkämpft werden wie hier. Beim Frauenanteil in den Kommunal- und im Landesparlament ist Baden-Württemberg Schlusslicht.

Gemeinsam wollen wir die Situation im Land beleuchten und Ziele und Projekte für ein feministisches Profil der LINKE definieren. Wie schaffen wir eine Parité fürs Land – nicht nur in den Parlamenten?

Samstagsmütter: Auf der Suche nach ihren verschleppten Angehörigen (Aynur Karlikli)

Die „Samstagsmütter“ kommen seit 1995 jeden Samstag auf den Galatasaray-Platz in Istanbul zusammen. Immer wieder löst die türkische Polizei diese friedlichen Demonstrationen auf und begegnet den Demonstrantinnen mit Gewalt. Sie machen auf das Schicksal von den in den 80er und 90er Jahren verschleppten und verschwundenen Menschen aufmerksam, die größtenteils aus den kurdischen Gebieten im Südosten der Türkei stammen.

Wir wollen über den Kampf jener Frauen berichten, die die größte Gewalt erlebt haben, die einer Mutter widerfahren kann. Darüber wie sie trotz der großen staatlichen Unterdrückung, nicht davor zurückschrecken, nach der Gerechtigkeit und ihren Kindern weiter zu suchen.

Wir werden auch über die Frauen berichten, die in Stuttgart, Deutschland und in vielen Europäischen Ländern zu der Stimme der Samstagsmütter geworden sind.

Lösungsansätze für eine sichere Geburtshilfe (Myriam Maldacker)

Die Förderung der Kindergesundheit beginnt mit Schwangerschaft und Geburt. In die Geburtshilfe zu investieren heißt also, in eine gesunde Gesellschaft zu investieren!

Die geburtshilfliche Versorgung steht jedoch vor komplexen Problemen. Zahlreiche  geburtshilfliche Angebote wurden in den vergangenen Jahren geschlossen. Frauen erleben die Geburt in überfüllten Kreißsälen mit viel zu wenigen Hebammen. Medizinisch nicht notwendige Routineeingriffe, häufig als Gewalt empfunden, gehören zum Klinikalltag. Familien finden nur mit Mühe eine Hebamme für die Betreuung während der Schwangerschaft und im Wochenbett.

Die Referentin dieses interaktiven Workshops, Myriam Maldacker, ist seit 2014 im Elternprotest aktiv, war zwei Jahre im Bundesvorstand in der Bundeselterninitiative Mother Hood e.V. und ist am Runden Tisch Geburtshilfe in BaWü dabei.

Wie können wir DIE LINKE feministischer machen? (Lisa Neher)

DIE LINKE ist eine feministische Partei, die für Geschlechtergerechtigkeit nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in den eigenen Reihen kämpft. Ein notwendiges Mittel dazu ist die Geschlechterquotierung aller Ämter und Kandidaturen, allerdings reicht da nicht aus. In Baden-Württemberg haben wir nur einen Frauenanteil von 26,3 %. Wir wollen diskutieren, wie wir das ändern können: Wie können wir Frauen* ansprechen und für DIE LINKE gewinnen? Welche Strukturen schrecken Frauen* ab, sich aktiv in der LINKEN einzubringen? Und was müsste passieren, dass sich das ändert?

Krankenhaus statt Fabrik“- ein Kampf für die Anerkennung von Care-Arbeit (Claudia Wannersdorfer)

Im Gesundheits- und Pflegebereich liegt der Anteil weiblicher Arbeitskräfte bei 91 %. Auch im Privaten sind es vielfach Frauen, welche die Lücken des staatlichen Gesundheitssystems durch unbezahlte Sorgearbeit auffangen. Doch für diese wertvolle Arbeit werden die Frauen weder anerkannt noch adäquat entlohnt. Gesundheit darf keine Ware sein, Kranke kein Mittel der Gewinnmaximierung. Wir wollen darüber reden, welche Gesundheits- und Pflegeversorgung wir wollen und wie wir die aktuellen Kämpfe unterstützen und ausweiten können.

Claudia Wannersdorfer ist vom Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“, www.krankenhaus-statt-fabrik.de/

Ver.di (angefragt)
 

Workshops:

Unser Feminismus ist unteilbar antirassistisch - (Gökay Akbulut)

Queerfeminismus: Feminismus heißt die Geschlechtervielfalt feiern (Alexandria Dritschler/ LAG Queer)

Eigentlich wollen wir doch alle das Gleiche: eine Gesellschaft,  in der jede*r unabhängig von Geschlechterklischees, Vorurteilen und Diskriminierung unbeschwert leben kann. Doch in einer Welt, in der eine Vielfalt der Geschlechter, Lebensweisen und sexuellen Identitäten immer sichtbarer wird, kommt es auch immer öfter zu einem Konflikt mit binären Betrachtungsweisen. Der Queerfeminismus hat es sich daher zu Aufgabe gemacht, einen Kampf für Befreiung zu kämpfen, der die Vielfalt unserer Gesellschaft umarmt und das Geschlechterkonstrukt als solches angreift. Gemeinsam wollen wir darüber sprechen, wie wir einen Feminismus gestalten wollen, der eine selbstbestimmte Gesellschaft ermöglicht, frei von einem Gefängnis, bestehend aus Geschlechterrollen.

Digitale Gewalt gegen Frauen - (Anne Roth)

Klimastreik: There is no planet B  - (Linksjugend Solid)

Podiumsgespräch:

Samstag 17:30-19:30: Wenn wir streiken, steht die Welt still – Frauen*streik gestern und heute

In Spanien nahmen 2018 über fünf Millionen Menschen am Frauenstreik teil, ein Jahr später trat die Schweiz in den feministischen Ausstand und auch in Deutschland gibt es seit über einem Jahr eine Frauenstreikbewegung, die gegen neoliberale und rechte Angriffe auf Frauenrechte auf die Straße geht und dem 8. März ein neues politisches Gewicht verleiht. Die Frauenstreikbewegung setzt ein klares Zeichen: Frauen arbeiten – überall, ob bezahlt oder unbezahlt, doch ihre Arbeit zählt nicht so viel wie die der Männer und bleibt oft unsichtbar. Der Streik richtet sich aber auch gegen häusliche Gewalt und die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und politisiert damit auch den Streik als Kampfmittel. Auf der Podium wollen wir uns über den aktuellen Stand der Frauenstreikbewegung in Deutschland und der Schweiz austauschen, aber auch zurückblicken auf den Frauenstreik 1994, der aus der bundesdeutschen Geschichtsschreibung beinahe verschwunden ist. Es diskutieren Kerstin Wolter (Frauen*streik Berlin), Jutta Meyer-Siebert (Frauenstreik 1994), Franziska Stier (Feministischer Streik Basel), Lisa Neher (Aktionsbündnis 8. März Stuttgart)

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